Struvit und Co. – Welchen Beitrag leisten Recyclingdünger zur europäischen Kreislaufbioökonomie?
Wie können wir Nährstoffe im Kreislauf halten, wertvolle Ressourcen zurückgewinnen und Europas Abhängigkeit von mineralischen Düngemitteln reduzieren? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Veranstaltung „Struvit und Co.“ am 5. Oktober 2026.
Beleuchtet wurde die Bedeutung des Themas aus kommunaler, politischer und wissenschaftlicher Perspektive, aber auch die Wirtschaft fand mit Vertretern von dem produzierendem Gewerbe Gehör.
Im Mittelpunkt standen Recyclingdünger, die wertvolle Nährstoffe – insbesondere Phosphor und Stickstoff – zurückgewinnen und für eine ressourcenschonendere Landwirtschaft nutzbar machen können. Mit dem Einsatz dieser Dünger im Projekt BioBoost-Pro (Hydroponik unter Einsatz organsicher Dünger) wurde die Palette um den erdenlosen Gartenbau noch erweitert. Die Beiträge aus den europäischen Projekten ReNu2Cycle und BioBoost-Pro zeigten, wie Nährstoffkreisläufe geschlossen und regionale Wertschöpfung gestärkt werden können. Dabei ging es sowohl um innovative Aufbereitungsverfahren und praktische Anwendungsmöglichkeiten als auch um Feldversuche und die Erfahrungen aus der landwirtschaftlichen Praxis. Deutlich wurde zugleich, dass rechtliche Rahmenbedingungen, Produktqualität, Wirtschaftlichkeit und die Akzeptanz in der Praxis entscheidend für den Markterfolg von Recyclingdüngern sind. Hierzu arbeitet 3N mit Sascha Hermus in beiden Projekten gleichzeitig, um die Synergieeffekte heben zu können. Gerade die Ansätze von europäischen Interreg-Projekten müssen verknüpft gedacht und behandelt werden, um im bioökonomischen Kontext die größtmöglichen Chancen zu erarbeiten.
Die zentrale Erkenntnis: Recyclingdünger bieten große Chancen für eine nachhaltigere und resilientere europäische Bioökonomie – vorausgesetzt, Forschung, Wirtschaft, Landwirtschaft und Politik arbeiten gemeinsam an ihrer Umsetzung.